Woher die Preise kommen

Eine App, die dir sagt, was deine Sammlung wert ist, schuldet dir eine Antwort darauf, woher sie das weiß. Hier steht sie — mitsamt den Stellen, an denen die Daten dünn sind.

Stand 15. September 2026 Autor Colin Schweikert

Die Quellen

CardBroker erhebt keine eigenen Preise. Wir werten aus, was auf den Märkten tatsächlich passiert, an denen Sammler in Europa handeln.

  • Cardmarket ist die Hauptquelle für ungegradete Karten. Es ist der größte europäische Marktplatz für Sammelkarten, und seine Preise sind in Euro — nicht in Dollar umgerechnet, was bei US-Quellen eine zusätzliche Fehlerquelle wäre.
  • Verkaufte eBay-Listings liefern die Werte für gegradete Karten. Für eine PSA 10 zählt, was jemand zuletzt tatsächlich dafür bezahlt hat — nicht, was ein Verkäufer gerne hätte.
  • TCGdex liefert die Identität der Karten: Name, Set, Kartennummer, Seltenheit, Bild, und das in sechs Sprachen. Bewusst getrennt vom Preisanbieter, damit ein Wechsel der Preisquelle nicht die gesamte Zuordnung zerstört.

Angebot ist nicht Marktwert

Der häufigste Fehler beim Schätzen einer Karte ist, den günstigsten Angebotspreis für den Wert zu halten. Ein Angebot ist eine Behauptung; erst ein Verkauf ist ein Preis. Wir zeigen deshalb den Marktwert — den Durchschnitt tatsächlich erzielter Verkäufe — und nicht die billigste offene Auktion.

Dazu kommt der Zustand. Dieselbe Karte in Near Mint und in Played sind wirtschaftlich zwei verschiedene Dinge. CardBroker rechnet den Marktwert deshalb über einen Zustandsfaktor auf die Karte um, die du wirklich in der Hand hast, statt dir einen Idealzustand vorzurechnen, den sie nicht hat.

Warum die Variante mehr zählt als der Name

Ein Glurak ist nicht ein Glurak. Dasselbe Motiv erscheint über die Jahre in verschiedenen Sets, in verschiedenen Sprachen und in verschiedenen Druckvarianten — Normal, Holo, Reverse Holo. Zwischen diesen Varianten liegen regelmäßig Faktoren, keine Prozente.

Deshalb ist die Preis-Einheit in CardBroker nicht die Karte, sondern die Variante. Aktuell sind 42.593 Varianten bepreist, verteilt auf 33.685 Einzelkarten und 2.016 versiegelte Produkte aus 315 Sets.

Die Sprache des Drucks

Eine deutsche und eine englische Fassung derselben Karte sind nicht gleich viel wert — englische Drucke haben den größeren Markt, deutsche den kleineren und in manchen Sets den knapperen Bestand. Wir führen die Sprache deshalb als eigenes Merkmal und halten dafür 464.110 sprachspezifische Angebotsdatensätze.

Was wir dabei gelernt haben

Belastbar messbar ist der Sprachunterschied bisher nur zwischen Deutsch und Englisch. Für Französisch und Spanisch sieht man in den Rohdaten zwar Abweichungen, die sich aber als Verzerrung durch die Angebotslage erklären lassen — zu wenige Angebote, zu sprunghaft. Wir rechnen diese Sprachen deshalb bewusst nicht mit einem eigenen Faktor hoch, statt eine Genauigkeit vorzutäuschen, die die Daten nicht hergeben.

Wie oft aktualisiert wird

Ein nächtlicher Lauf bepreist den gesamten Katalog neu. Zusätzlich wird jeder Live-Abruf in der Preishistorie mitgeschrieben, sodass die Kurve über die Zeit dichter wird statt nur einmal täglich einen Punkt zu bekommen.

KennzahlStand 15.09.2026
Gespeicherte Preispunkte1.322.914
Bepreiste Varianten42.593
Erster erfasster Tag26. Juli 2026
Tage mit Messwerten52
Aktualisierungnächtlich, gesamter Katalog

Wo die Daten dünn sind

Drei Einschränkungen, die du kennen solltest, bevor du eine Zahl aus CardBroker für eine Kaufentscheidung benutzt:

  1. Die Preishistorie ist jung. Sie beginnt am 26. Juli 2026. Ein Wertverlauf über sieben Wochen zeigt Bewegung, aber keinen Trend über Jahre. Wer eine Karte als Langfristanlage bewertet, braucht zusätzlich eine längere Reihe.
  2. Seltene Karten haben dünne Märkte. Bei einer Karte, die im Monat zweimal gehandelt wird, ist jeder einzelne Verkauf der „Markt". Solche Preise schwanken stark, und das ist keine Fehlfunktion — es ist der Markt.
  3. Eine Schätzung ist kein Gutachten. Zustand aus einem Foto einzuschätzen hat Grenzen, die ein Mensch mit der Karte in der Hand nicht hat. Für eine Versicherung oder einen Verkauf über einem gewissen Wert ersetzt CardBroker keine professionelle Bewertung.

Unabhängigkeit

Wir verkaufen keine Karten, vermitteln keine Verkäufe und verdienen nichts daran, wenn du eine bestimmte Karte kaufst oder einschickst. Die einzige Einnahmequelle ist das Pro-Abonnement. Eine Grading-Empfehlung, die dir von etwas abrät, kostet uns also nichts — und das ist Absicht.

Zahlen selbst nachsehen

Der Free-Plan reicht, um bis zu 50 Karten zu erfassen und die Marktwerte samt Verlauf anzusehen. Kein Abo, keine Kreditkarte.

Kostenlos laden